Kinderdepression

Kinderdepression

Depressionen bei Kindern? Die Depression gilt Mittlerweile als Volkskrankheit. Durch den enormen Druck, der jeden Tag auf uns einwirkt verfallen immer mehr Menschen dieser schleichenden Krankheit und Depressionen treffen nicht nur Erwachsene. Bereits unsere Kinder und besonders oft Jugendliche leiden zeitweise oder sogar chronisch an Depressionen. Im Grundschulalter sind ca. 2 % aller Kinder betroffen und der Prozentanteil ist in den letzten Jahren eher gestiegen. Besonders hoch ist die Wahrscheinlichkeit an einer Depression zu leiden bei Jugendlichen im Alter zwischen 12 und 17 Jahren. Doch wieso trifft eine Depression bereits unsere Kinder und wie kann eine Erkrankung frühzeitig erkannt und behandelt werden? Diese und weiter Fragen klären wir im folgenden Artikel.

Wie kann es zu einer Depression bei Kindern kommen?

Depressionen bei Kindern sind, ebenso wie bei Erwachsenen noch nicht ausreichend erforscht. Zurzeit gehen Ärzte und Therapeuten davon aus, dass es ein komplexes Zusammenspiel aus verschiedenen Faktoren ist, das die Ursache für die Depressionen bei Kindern ist. Es werden genetischen, anderen biologischen und Umwelteinflüsse in Betracht gezogen, besonderes Augenmerk liegt aber auf den Umwelteinflüssen als Ursache.

Betrachten wir zunächst den genetischen Einfluss. Anhand von Langzeitstudien bei Kinderdepressionen und die Vorgeschichte der Eltern, lässt sich erkennen, dass die Gene bei einer Depression einen Faktor spielen. Kinder, deren Eltern selbst unter einer Depression leiden oder gelitten haben, besitzen ein deutlich höheres Risiko selbst zu erkranken als bei Kinder ohne Vorgeschichte der Eltern. Aber dies ist nur ein sehr kleiner Teil der Ursache, viel bedeutender sind die Umweltfaktoren des Kindes.

Depression bei Kinder

Kinder sind von ihren Eltern abhängig, diese bestimmen die Umweltfaktoren ihres Kindes maßgeblich. Gerät dieses empfindliche Gleichgewicht aus den Fugen und die Kinder erleben traumatische Ereignisse, kann dies die Ursache für Depressionen bei Kindern sein. Was genau dabei ein traumatisches Ereignisse ist, kann sehr unterschiedlich sein. Einige Kinder mit Kinderdepression haben zwar eine gute Beziehung zu ihren Eltern und werden geliebt, doch fühlen sich unter einem zu hohen Leistungsdruck. In unserer heutigen Gesellschaft muten wir kleinen Kindern bereits sehr viel zu, sie sollen in der Schule Erfolg haben, sportlich sein, am besten noch ein Instrument lernen und mindestens zwei Sprachen können. Diese hohen Erwartungen sind oft zu viel und können zu Kinderdepression führen. Aber auch die Scheidung der Eltern, problematische Familienverhältnisse, der Tod eines Elternteiles, Armut, sexueller Missbrauch oder auch Mobbing an der Schule können Depressionen bei Kindern auslösen. Es ist sehr wichtig, dem eigen Kind zu vermitteln, wie es mit Druck und anderen Problemen umgehen kann und das es die Gewissheit hat, sich immer an die Eltern wenden zu können. Ein fehlender Rückhalt schadet dem Kind fast am meisten. Ein weiterer Punkt bei der Kinderdepression stellt die Pubertät da. Während des Überganges vom Kind zum Jugendlichen sind die Kinder besonders gefährdet in eine Kinderdepression zu verfallen. Durch die Veränderungen im Körper und im Gehirn sind die Jugendlichen in einem Gefühlschaos und erleben ein erhöhtes Stresslevel. Dies ist zwar normal, dennoch können, gerade in dieser Zeit kleinere Schwankungen oder Verunsicherungen gegenüber der eigen Identität zu richtigen Krisen und Depression führen.

Symptome für eine Kinderdepression

Eine Kinderdepression äußert sich oft anders als eine Depression bei Erwachsenen und auch anders als bei Jugendlichen, deshalb ist es oft schwer die Symptome für eine Kinderdepression richtig zu deuten. Deshalb haben wir die bekanntesten Symptome für die unterschiedlichen Altersgruppen zusammengestellt.

Bereits Kinder im Vorschulalter können an einer Kinderdepression leiden, in diesem jungen Alter ist die Diagnose besonders schwer. Eltern sollten bei ihren Kindern auf folgende Symptome und Verhaltensweisen achten:

Das Kind wirkt über einen längeren Zeitraum, ohne akuten Auslöser traurig und sucht auffällig oft die körperliche Nähe zur Mutter, manchmal ist dies auch mit vermehrtem weinen verbunden. Meist Verbunden mit Trennungsangst und Antriebslosigkeit. Dies äußert sich beispielsweise im Kindergarten dadurch, dass das Kind den Kontakt zu den anderen Kindern meidet und nicht mehr spielen möchte. Auch körperliche Symptome werden oft beschrieben, darunter Bauch- und Kopfschmerzen, die eine Folgeerscheinung der Kinderdepression sein können. Einige Kinder verfallen auch in ein reizbares, teilweise sogar aggressives Verhalten. Exzessives Daumenlutschen oder ein Schaukeln des Körpers sollten ebenfalls als Alarmzeichen angesehen werden.

Im Schulalter der Kinder sind die Symptome nochmals anders gelagert. Depressionen innerhalb dieses Alters treten meist schleichend auf, es gibt keine plötzliche Veränderung, weshalb das Verhalten sehr oft erst spät erkannt wird.

Zu den bekannten Anzeichen gehören unter anderem ein absinken der Schulnoten und allgemein entwickeln die Kinder eine Abneigung gegen die Schule und ziehen sich zurück. Sie wirken auch im privaten Rahmen vermehrt Teilnahmslos und scheinen permanent in einer gedrückten Stimmung zu sein. Die Kinder sprechen nur sehr ungern über Probleme oder ihre aktuellen Gefühle und weichen den Fragen der Eltern aus. Zu der Verschlechterung der Noten kommen meist noch Konzentrationsschwierigkeiten und Gedächtnisstörungen. Teilweise treten auch Schlafstörungen und Appetitlosigkeit mit auf. In den schlimmsten Fällen kommt es zu Suizidgedanken.

Was tun, wenn das eigene Kind eine Depression aufweist?

Wenn ein Kind Anzeichen einer Depression zeigt, sollten die Eltern unbedingt einen Spezialisten aufsuchen und um Rat fragen. Im Kindesalter sind die Depressionen sehr oft in Episoden aufgeteilt, die meist einige Wochen oder mehrere Monate gehen können, dann folgen zwar kurze Pausen, doch verschwinden wird die Depression nicht. Es bedarf professioneller Hilfe von Therapeuten und Ärzten. Hilfen kann unter anderem in kinder- und jugendpsychiatrischen Kliniken gefunden werden, es gibt aber auch viele Angebote, die ambulante oder nur teilstationäre Behandlung vorsehen, dies hängt aber vom Grad der Depression ab.

Bei jeder Behandlung einer Depression steht die Psychotherapie im Vordergrund, so auch bei der Kinderdepression. Meist wird hier in kleinen Gruppen und mit Einzelgesprächen gearbeitet. Eine vertrauensvolle Beziehung zwischen dem Therapeuten und den jungen Patienten ist dabei enorm wichtig. Langsam und im individuellen Tempo der Kinder wird eine Therapie, auch mit Einbindung der Eltern ausgerichtet. Meist muss das Selbstbild der Kinder gestärkt werden und ihre sozialen Kompetenzen wieder aufgebessert werden. Einen Weg aufzeigen, der aus dem dunklen Loch wieder herausführt, in das die Kinder gefallen sind.

Ein wesentlicher Aspekt ist auch, dass Kinder viel an die frische Luft gehen sollten, das erhöht den Vitamin D Spiegel und kann auch Depressionen vorbeugen. Gerade im Winter wenn man oft von Winterdepressionen spricht kann es auch sinnvoll sein für die ganze Familie eine Tageslichtlampe zu kaufen, die man dann abwechselnd verwendet. Ein gutes Beispiel dazu wäre, während das Kind Hausaufgaben macht kann diese Lichtquelle zusätzlich genutzt werden.

FAZIT:

Kinder können bereits sehr früh an einer Depression erkranken, eine frühzeitiges erkennen der Symptome ist hier besonders wichtig. Jedoch ist dies bei Kindern nicht ganz einfach, deshalb sollten Eltern und Erzieher ein wachsames Auge auf Verhaltensveränderungen haben. Wenn ein Kind auffällig ist, muss es von einem Therapeuten, der auf Kinder spezialisiert ist, untersucht und ggf. weiterführend betreut werden.

Quellen & Interessante Links:

https://www.deutsche-depressionshilfe.de/depression-infos-und-hilfe/depression-in-verschiedenen-facetten/depression-im-kindes-und-jugendalter

https://www.netdoktor.de/krankheiten/depression/depressionen-bei-kindern-und-jugendliche/

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